<










«Plasic-Bag-Flags»



Aspekt 1:

Überall in Kairo liegen Plastiksäcke herum. Es liegt auch sonst viel Müll in den Strassen. In Kairo gibt es eine städtische Müllabfuhr. Sie stellt an gewissen Orten in der Stadt Container hin, die sie ab und zu leeren kommt. Die Leute bringen ihren Hausmüll in irgendwelchen Plastiksäcken dorthin. An gewissen Orten gibt es auch Müllhaufen, ohne dass es dort Container hat. Die  Händler und auch Passanten werfen ihren Müll direkt über den Bordstein auf die Strasse.

In Kairo gibt es eine Müllstadt, die Zabbalin heisst. Die Leute, die dort wohnen, durchstreifen jeden Tag die Stadt Kairo und nehmen den Müll mit, den sie wieder verkaufen können. Sie nehmen auch organische Abfälle mit. Damit füttern sie ihre Schweine.

Die Plastiksäcke in der Stadt sind aber für die privaten Müllsammler von keinem Interesse, sie bleiben liegen. Sie verstopfen Abwasserkanäle oder sie gelangen in den Nil und von dort ins Mittelmeer.

Der kalifornische Chemiker und Meeresforscher Captain Charles Moore untersucht die Weltmeere, in denen mittlerweile riesige Mengen Plastik in kreisförmigen Strömungen treiben. Der Plasikmüll wird ein Problem für Fische und Vögel, die sich darin verfangen oder die das Plastik essen und danach daran sterben. 


Aspekt 2:

Kairo ist eine sehr staubige Stadt. Schon nach kurzer Zeit bilden sich in Stadtwohnungen Staubschichten. Dieser Staub ist grau und leicht klebrig.

Kairo hat ein Grundfarbton und der ist Beigebraungrau. Die ganzen Fassaden der Häuser verstauben sehr schnell, u.a. auch da es in dieser Stadt kaum regnet. Im Sommer regnet es eigentlich nie, im Winter gibt es manchmal eher kurze Platzregen, die auch mal heftig ausfallen können.

Wenn ein neuer Laden aufgeht, stechen die neuen Farben aus dem alles übertünchenden  Beigebraungrau der Stadt heraus. Schon wenige Tage später beginnt aber die Farbintensität der Beschriftungen abzunehmen. Wenn mal ein frischgeputztes Fahrzeug durch die Stadt fährt und dazu noch von der Sonne beschienen wird, dann sticht dies als sehr intensives Farberlebnis aus dem staubigen Rest der Stadt raus.



Projekt:

Aus diesen 2 Aspekten ergibt sich das Projekt Plasic-Bag-Flags for Cairo:

Meine erste Frage war, was ich als bildender Künstler mit diesen Plastiksäcken tun könnte? Ich begann sie zu sammeln. Ich skizzierte erste Möglichkeiten, was ich damit tun könnte. Ich dachte daran, dass ich damit neuen Autoschutzhüllen machen könnte. Ich begann auch, damit Flaggen herzustellen (Plastiksäcke mit Klebeband zusammengeklebt). Sie entstanden unter dem Aspekt der Omnipräsenz von ägyptischen Flaggen, die im ganzen Land herrscht. Ich bemerkte, dass man fast nahtlos die Schweizer- mit der Ägyptenflagge kombinieren kann. So entstand eine erste Flagge: „Flaggenallianz“.

Für das Plasic-Bag-Flags for Cairo Projekt möchte ich den Flaggen die  nationalistische Bedeutung entziehen.  Das heisst, die Flaggen sollen nur einfarbige grosse "Tücher"  sein, die das Staubige kontrastieren.

Zudem möchte ich in Kairo die Plastiksäcke nicht mehr mit Klebeband zusammenkleben, sondern zusammennähen lassen, was zu einer Aufwertung des Produktes führen würde.  Es würde dadurch weiter aus der Umweltverschmutzung entzogen. 

In Kairo ist gerade im Sommer der Wind relativ präsent. Ich denke, dass dies gute Bedingungen für meine Farbflächen sein könnten, da ich davon ausgehe, dass dies eine selbstreinigende Wirkung haben wird. 

 

   Entwürfe für                             «Plasic-Bag-Flags»